Sonderurlaub im Todesfall Trauerfall: Diese Freistellungsregeln gelten im Betrieb

Ein oder zwei Tage – die Dauer des Sonderurlaubs hängt vom Verwandtschaftsgrad ab. Doch auch bei der Lohnfortzahlung gibt es Gestaltungsspielraum. Worauf Handwerksbetriebe in ihren Arbeitsverträgen achten sollten.

Wenn Mitarbeiter einen Trauerfall erleiden, müssen Arbeitgeber rechtliche Pflichten und menschliches Mitgefühl in Einklang bringen. - © Michael Möller - stock.adobe.com

Wenn Mitarbeiter einen Verlust in der Familie erleiden, stehen Arbeitgeber vor der Frage: Welche Rechte haben Beschäftigte und was müssen Sie als Arbeitgeber beachten? "Wenn die Arbeit für einen Arbeitnehmer nach dem Eintreten außergewöhnlicher Umstände nicht zumutbar ist, muss er nicht zur Arbeit erscheinen", erklärt Anneka Ruwolt, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Als Arbeitgeber sollten Sie jedoch darauf achten, dass Ihre Interessen gewahrt werden.

Dauer der Freistellung richtet sich nach Verwandtschaftsgrad

Die Freistellungsdauer hängt von der Nähe zur verstorbenen Person ab:

  • Bei sehr nahestehenden Menschen wie Eltern, Kindern oder dem Partner: in der Regel zwei Tage Sonderurlaub im Todesfall
  • Bei entfernteren Verwandten wie Großeltern oder Schwiegereltern: eher ein Tag

Tipp: Sie können die genaue Anzahl der Freistellungstage in Ihren Arbeitsverträgen festlegen.

Lohnfortzahlung ist nicht automatisch garantiert

Grundsätzlich müssen Sie als Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlen, wenn der Arbeitnehmer "für einen nicht erheblichen Zeitraum ohne eigene Schuld aus einem persönlichen Grund nicht arbeiten kann". Ein Trauerfall gilt zwar als solcher Grund, jedoch können Sie den entsprechenden Paragrafen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in Ihren Arbeitsverträgen ausschließen – eine Bezahlung ist somit nicht zwingend.

Empfehlung: Regeln Sie die Lohnfortzahlung bei Trauerfällen explizit in Ihren Arbeitsverträgen, um Rechtssicherheit für beide Seiten zu schaffen.

Zwischen Recht und Menschlichkeit: Unternehmenskultur auf dem Prüfstand

Neben den rechtlichen Aspekten sind Trauerfälle auch ein wichtiger Gradmesser für die Unternehmenskultur. Besonders für Betriebe, die mit "familiärer Atmosphäre" werben, wird in solchen Momenten sichtbar, ob dies nur ein Marketingslogan ist oder gelebte Realität. Wer seine Mitarbeiter in schweren Zeiten unterstützt, stärkt nicht nur den Zusammenhalt, sondern auch die Glaubwürdigkeit als Arbeitgeberdpa/fre